Wieder Erwarten war das Kinojahr 2011 doch ein gutes. Kürzlich wurden von der FFA, der Filmförderungsanstalt, einer Bundesanstalt des öffentlichen Rechts, die offiziellen Zahlen vorgelegt. Laut dieser wurden 2011 129,6 Mio. Kinotickets in Deutschland verkauft - 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders wurde der hohe Anteil deutscher Filme hervorgehoben, daran haben insbesondere Til Schweiger mit »Kokowääh« (4,3 Mio. Besucher) und Matthias Schweighöfer mit »What a Man« (1,7 Mio. Besucher) sowie »Rubbeldiekatz« (2,0 Mio. Besucher, Foto) großen Anteil.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Eintrittspreise, so lag der durchschnittliche Eintrittspreis 2006 bei 5,96 Euro, 2011 bei 7,39 Euro.
Großen Anteil am laut FFA "zweitbesten Ergebnis der der letzten fünf Jahre" hatten dabei deutsche (Ko-)Produktionen. 27,9 Mio. Besucher lösten eine Karte für einen deutschen Film, sieben Mio. mehr als noch 2010. Der Marktanteil nach Zuschauern betrug 21,8 Prozent nach 16,8 Prozent im Vorjahr.
Die Besucherzahlen für US-Produktionen gingen um 5,1 Mio. auf 77,2 Mio. zurück. Erneut machten sich gestiegene Eintrittspreise positiv bemerkbar, der Gesamtumsatz kletterte um 4,1 Prozent auf 958,1 Mio. Euro und ließ zum dritten Mal in Folge die Marke von 900 Mio. Euro hinter sich.
FFA-Vorstand Peter Dinges "unter dem Strich ein freundliches, aber noch kein sehr gutes Jahr." Zwar schimpfen alles auf die vielen Wiederholungen doch "gerade die oftmals gescholtenen Sequels im letzten Jahr für die meisten Besucher im Kino verantwortlich waren." Darunter sechs Produktionen unter den Top 10, die Fortsetzungen von bereits erfolgreich im Kino eingeführter Titelmarken waren.
Die FFA legte erstmals legte für ein Gesamtjahr eine gesonderte Analyse von 3D-Filmen vor. Mit 29,3 Mio. Besuchern (2010: 25,4 Mio.) kamen sie auf einen nochmals gestiegenen Marktanteil von 22,8 Prozent (2010: 20,4 Prozent). Insgesamt liefen im vergangenen Jahr 46 Produktionen in 3D in den deutschen Kinos an, unter ihnen sieben deutsche Filme. "Das sind, mit Ausnahme der USA, mehr als jedes andere Land in die deutschen Kinos brachte - womit unsere Filmindustrie ihre Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis stellt", so Dinges.
Mit 532 Erstaufführungen, davon 212 deutsche Produktionen, gab es im vergangenen Jahr deutlich mehr Neustarts als in den beiden Vorjahren (507 bzw. 513). Dinges hob in diesem Zusammenhang die Effizienz der FFA-Förderung hervor: Diese habe 42 Prozent der deutschen Neustarts gefördert, die insgesamt 94 Prozent aller Besucher deutscher Filme auf sich vereinten. "Ein hervorragendes Ergebnis", so Dinges. Insgesamt hat die FFA 2011 in allen Bereichen 72,7 Mio. Euro bewilligt. 35,0 Mio. Euro davon sind in die Projektförderung geflossen und 16,8 Mio. Euro für die Kinoförderung verwendet worden. In der Verleihförderung wurden 9,4 Mio. Euro und in der Videoförderung 7,1 Mio. Euro vergeben.
Problematisch bleibt die Entwicklung bei der Zahl der Kinostandorte. So gab es 2011 zwar 124 Neu- oder Wiedereröffnungen zu vermelden, allerdings stehen ihnen 183 Schließungen gegenüber, von denen mehr als die Hälfte auf kleine Kinos mit ein oder zwei Leinwänden entfällt, die überwiegend in Orten bis zu 50.000 Einwohnern angesiedelt waren. Die Mehrzahl der Schließungen sei auf Unrentabilität und Konkurrenzdruck zurückzuführen. Umso erfreulicher sei laut Dinges, dass von der 2011 ins Leben gerufenen Digitalisierungsförderung von Bund, FFA und Ländern vielfach eben jene kleinen Kinos profitierten, die diese "enorme Invetsition" nicht aus eigenen Mitteln stemmen könnten. Bislang hat die FFA im Rahmen der Digitalisierungsförderung Mittel für 566 Leinwände in 278 Filmtheatern mit einem Gesamtvolumen von 5,4 Mio. Euro bewilligt. Mehr als ein Drittel (199 Leinwände) von ihnen liegt in Orten unter 20.000 Einwohnern.