Die Berlinale ging am Sonntag mit einer wenig überraschenden Preisverleihung zu Ende. Das größtes Publikumsfestival konnte mit mehr als 250.000 verkauften Tickets bereits zur Halbzeit glänzen und bot erneut eine technische perfekte Umsetzung inclusive der korrekten Projektion des gigantischen Programms, egal ob analog oder digital. Einen Bericht zur Berlinale von Sven Weser erscheint in der Märzausgabe des Kinokalenders.
Die Jury um Mike Leigh verlieh eher überraschend den Goldenen Bär dem italienischen Beitrag »Cesare deve morire« der Brüder Taviani über eine Shakespeare-Inszenierung von Häftlingen im Hochsicherheitstrakt des römischen Rebibbia-Gefängnisses, die ungarisch-deutsch-französische Koproduktio »Just the Wind« (Csak a szél) über den Mord an einer Romafamilie erhielt den Großen Preis der Jury. Der Silberne Bär für die beste Regie wurde Christian Petzold für »Barbara« verliehen, der am 8. März in unsere Kinos kommt (Foto). Ziemlich alle Kritiker lobten den Streifen als einen der besten des Wettbewerbes und auch von Christian Petzold. Darin erzählt Petzold die Geschichte einer ostdeutschen Ärztin die wegen eines Ausreiseantrags in die Provinz versetzt wird und dort auf gepackten Koffern lebt.
Als bester Schauspieler wurde Mikkel Følsgaard für seine Leistung in »Die Königin und der Leibarzt« geehrt (ab 19. April im Kino). Beste Schauspielerin wurde Rachel Mwanza mit dem kanadischen Beitrag »Rebelle«.
Der Silberne Bär für herausragende technische Leistung ging an den Kameramann Lutz Reitemeier für seine Arbeit an »Bai lu yuan - White Deer Plain« von Quan´an Wang. Eine lobende Erwähnung der Jury erhielt der Film »L´ enfant d´en haut« von Ursula Meier, die überdies mit einem Silbernen Bären verbunden war. Der Alfred Bauer Preis für einen Film, der neue filmische Perspektiven eröffnet, wurde an »Tabu« von Miguel Gomes überreicht, eine Koproduktion von Portugal, Deutschland, Brasilien und Frankreich.
Alle Preisträger unter www.berlinale.de.
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